Sydenham nannte diese Patienten „Hysteriker und Hypochonder“, den Begriff Borderline gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die Beschreibungen über seine Patienten waren jedoch sehr authentisch.
Der Begriff - Borderline Störung oder Syndrom
Der Begriff Borderline ( Grenzlinie ) wurde erst 1938 von dem amerikanischen Psychoanalytiker Adolf Stern eingeführt.
Die Borderline-Störung tritt sehr häufig im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen auf, etwa Depressionen, ADS oder ADHS, Störungen der Sexualität, Ess-Störungen, Zwangs- und Ticstörungen, Suchterkrankungen usw.
Diese Begleiterkrankungen sind meist der Grund für die Suche nach Hilfe.
Durch eine Behandlung / Therapie wird dann die Borderline-Störung deutlich. Dabei können die Verknüpfungen vielfältig sein. Einige Störungen entstehen als Folge der Borderline-Störung (etwa depressive Symptome) oder sind als Bewältigungsversuche zu verstehen (etwa Ess-Störungen oder Substanzmittelmissbrauch), andere verstärken die Probleme.
Bei einem großen Anteil der Menschen mit Borderline- Störungen kommt es zu selbstverletzendem Verhalten ( etwa 70% bis 80% )
Dazu zählt das Zufügen von Schnittwunden, die sie oft über den ganzen Körper verteilen.
Schlagen des Kopfes gegen harte Flächen, verbrennen, verbrühen und verätzen, zufügen von
Stichwunden.
Nach Martin Bohus geschieht dies zu 80% in einem Zustand, in dem die Schmerzen nicht gespürt werden (analgetischer Zustand).
Als Effekt beschreiben Menschen mit Borderline-Störung ein Gefühl der Entspannung, Entlastung, Ruhe und Geborgenheit. Erst nach ca. 20 Minuten stellt sich dann das normale Körperempfinden wieder ein
Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind oft höchst instabil (von Experten wird auch oft von instabil-stabil gesprochen (Personen mit einer Borderline-Persönlichkeit sind stabil in ihrer Instabilität).
Eine weitere typische Eigenschaft, die bei vielen Betroffenen auftritt, ist geprägt von starker Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft.
Oft kommt dazu ein Bedürfnis, mit möglichst allen Mitmenschen und in jeder Situation ein gutes persönliches Verhältnis aufzubauen oder zu bewahren. Also wird das Gegenüber dann sehr diplomatisch und zuvorkommend angegangen, manchmal auch gute Miene zum bösen Spiel gemacht.
Andrea R.
2006 (Team ADHS-Andersweltforum)