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Donnerstag, 9. September 2010
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Hochbegabung und ADHS

Hochbegabung kommt bei ADS genauso oft vor wie bei "Normalen". ADHS-ler sind nicht klüger oder dümmer als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Allerdings stellt die Diagnose Hochbegabung einen ADS-Betroffenen vor besondere Herausforderungen, erstens wird das Gefühl "anders zu sein" durch gleich zwei Faktoren bedingt, zweitens gibt es für beides ähnliche Symptome. So kann eine "Konzentrationsschwäche" von einer Unterforderung herrühren, aber auch von ADHS.

ADHS-ler mit Hochbegabung nehmen ihre Defizite oft schon in den ersten Kindergarten oder Schuljahren deutlich bewußter wahr und sind daher, wenn es nicht erkannt wird, früher gefährdet das Selbstwertgefühl zu verlieren als andere. Umgekehrt, unter günstigen Vorraussetzungen, gelingt es den Betroffenen manchmal auch, ihr ADS nach und nach mit Intelligenz zu kompensieren und so die Gefahr von Komorbiditäten zu verringern.
In einigen Fällen kann es auch sein, daß Hochbegabung manche Symptome von ADS überdeckt (und umgekehrt), so daß beides nur durch wirklich geschulte Fachleute entdeckt werden kann, manchmal auch erst bei erheblichen Problemen im späteren Leben. Je früher Hochbegabung erkannt wird, um so besser sind die Chancen, trotz ADS noch einiges an Potenzial entfalten zu können.

In Anbetracht dieser Zusammenhänge ist es sehr wichtig darauf zu achten, daß eine Diagnose und gegebenenfalls Therapie möglichst nur von Fachleuten durchgeführt wird, die sich auch beim Thema Hochbegabung auskennen.
Ein Intelligenztest sollte unbedingt bei jeder ADHS Diagnose zum Standard gehören.

 

 

 

 

 

 

 

 


 
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